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9. November 2004

Das Leben und Wirken von Ferdinand Harmer

Ein Beitrag zur Musikgeschichte der Stadt Haag von Dir. Josef Mayr über Ferdinand Harmer (1891 bis 1956), Kapellmeister und Komponist des Haager Festmarsches.

Ferdinand Harmer wurde am 31. Mai 1891 in Eggenburg geboren. Schon in der Schulzeit lernte er Violine, Flügelhorn und Klavier. Mit 14 Jahren meldete er sich als Musikeleve zur Regimentsmusik des Infanterieregiments Nr. 84 nach Krems, wo er bis 1913 diente und zum Soloflügelhornisten und Musikunteroffizier aufstieg. Im Ersten Weltkrieg geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, wo er im Lager ein Orchester, einen Gesangverein und eine Theatergruppe gründete.

Ab 21. September 1921 war Harmer am Bezirksgericht Haag tätig, später als Grundbuchführer und Rechtspfleger. Gleich nach seinem Dienstantritt widmete er sein musikalisches Talent dem Haager Musikleben. Er war Chormeister des Männergesangvereines „Liedertafel“ und Dirigent des Liedertafel Streichorchesters. Am 14. März 1925 leitete er seine erste Probe mit der Haager Blasmusikkapelle, ab 1928 wird er in den Protokollbüchern des Musik und Gesangvereines als „Musikdirektor“ geführt. Daneben war er Kirchenmusiker und leitete ein Salonorchester.

Auch über Haag hinaus war Harmer tätig. 1925 wurde er Obmann des neu gegründeten Musik Gauverbandes mit Sitz in Haag, 1929 Bezirksobmann für Amstetten im Bund der Musikkapellen Niederösterreichs und des Burgenlandes und ab 1952 Bezirksobmann der Bezirksarbeitsgemeinschaft Amstetten. Beim Preisspiel zur Stadterhebung am 2. Oktober 1932 erreichte die Haager Kapelle unter seiner Leitung den 2. Preis hinter Garsten. Überliefert ist sein Ausspruch „Jeder Kapellmeister spinnt anders!“.

Für die Stadterhebung 1932 komponierte Harmer den „Haager Festmarsch“, den wir 2004 für die CD „Klingendes, Singendes Haag“ neu eingespielt haben. Einige seiner Werke liegen bis heute in unserem Notenarchiv. Allein mit dem Streichorchester wirkte er über 350 Mal bei Theaterproduktionen mit. Ferdinand Harmer starb am 21. Juni 1956.

Quelle Jahresrückblick 2004, Heft als PDF öffnen

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